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Antonia Michalsky

Handtaschen-Test im Vorstellungsgespräch: Warum diese Methode illegal ist

Handtaschen-Test im Vorstellungsgespräch: Warum diese Methode illegal ist Mode & Stil

Handtaschen-Test im Vorstellungsgespräch: Warum diese Methode illegal ist

Ein reguläres Vorstellungsgespräch dreht sich um Fachwissen, berufliche Stationen und persönliche Stärken. Doch manche Vorgesetzte greifen zu fragwürdigen Methoden, um Bewerber aus der Reserve zu locken.

Eine dieser Praktiken sorgt aktuell für massive Kritik: der sogenannte Handtaschen-Test. Eine Bewerberin für eine Stelle im Vertrieb berichtete der französischen Zeitung Le Parisien von einem solchen Vorfall.

Blick in die Privatsphäre unter dem Deckmantel der Organisation

Nach einem gewöhnlichen Einstiegsgespräch über Teamfähigkeit, Fachkenntnisse und Organisationsgeschick verlangte der Verkaufsleiter plötzlich Einsicht in ihre Tasche. Er wollte überprüfen, ob der Inhalt genauso strukturiert sei wie ihre Gedanken.

Die Bewerberin ging zunächst von einem Scherz aus. Aus Angst vor einer Absage willigte sie schließlich ein – mit einem extrem unguten Gefühl.

Bekannt wurde die Masche ursprünglich über den US-amerikanischen Karriere-Blog Ask a Manager. Der angebliche Test zielt jedoch weniger auf Ordnung ab, sondern stellt primär die persönliche Unterordnung der Kandidaten auf die Probe.

Klare Rechtslage: Diskriminierend und unzulässig

Laut Arbeitsrechtsexperten handelt es sich bei der Aufforderung um einen schweren Eingriff in das Persönlichkeitsrecht. Taschenkontrollen sind arbeitsrechtlich streng reglementiert und ausschließlich bei konkreten Sicherheitsbedenken oder Diebstahlsverdacht zulässig.

Gefahr der Offenlegung sensibler Daten

In privaten Taschen befinden sich oft hochsensible Gegenstände wie Medikamente, Rezepte oder Hygieneartikel. Eine Durchsuchung kann Arbeitgebern unrechtmäßig Einblick in den Gesundheitszustand oder das Privatleben gewähren.

  • Rechtliche Grenzüberschreitung: Es gibt keinerlei wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen Taschenordnung und Arbeitsleistung.
  • Gleichbehandlungsfrage: Da überwiegend Frauen Handtaschen tragen, liegt zudem der Verdacht einer geschlechtsspezifischen Benachteiligung nahe.
  • Fehlende HR-Schulung: Personalberater betonen, dass solche absurden Methoden fast nie von geschultem HR-Personal ausgehen, sondern von Führungskräften ohne professionelle Rekrutierungsausbildung.

Arbeitsrechtler und Karriereberater raten bei solchen Grenzüberschreitungen zur Vorsicht: Wer im Bewerbungsprozess mit derartigen Forderungen konfrontiert wird, sollte sich gut überlegen, ob er für ein solches Unternehmen arbeiten möchte.