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Antonia Michalsky

Trauer um die Königin der Punkte: Starkünstlerin Yayoi Kusama mit 97 Jahren gestorben

Trauer um die Königin der Punkte: Starkünstlerin Yayoi Kusama mit 97 Jahren gestorben Mode & Stil

Trauer um die Königin der Punkte: Starkünstlerin Yayoi Kusama mit 97 Jahren gestorben

Die japanische Starkünstlerin Yayoi Kusama ist im Alter von 97 Jahren in einem Krankenhaus in Tokio gestorben. Das teilte ihre Galerie David Zwirner mit.

Kusama zählte zu den prägendsten und kommerziell erfolgreichsten Künstlerinnen der Gegenwart. Ihr Markenzeichen – bunte, sich scheinbar endlos wiederholende Punkte («Polka Dots») – fand sich in Gemälden, Skulpturen, Modekollektionen und immersiven Rauminstallationen wieder.

Frühe Visionen und der Durchbruch in New York

Kusama wurde 1929 in Matsumoto geboren und studierte traditionelle japanische Malerei in Kyoto. Bereits im Alter von zehn Jahren begann sie zu zeichnen, angetrieben von halluzinatorischen Wahrnehmungen, die sie in Form von Punkten festhielt.

«Am Ende ist der Mond ein Punkt, die Sonne ein Punkt und die Erde, auf der wir leben, ebenfalls», beschrieb Kusama einmal ihr zentrales Motiv, das für sie das Universum symbolisierte.

1957 zog sie nach New York, um Teil der dortigen Avantgarde-Szene zu werden. Mit ihren Infinity Nets – großformatigen Bildern mit dichten, netzartigen Strukturen – erregte sie rasch internationales Aufsehen.

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Yayoi Kusama im Jahr 1967.

In den 1960er-Jahren sorgte Kusama mit provokanten Happenings für Schlagzeilen. Sie organisierte Nackt-Performances im Central Park und auf der Brooklyn Bridge, um gegen den Vietnamkrieg und für sexuelle Befreiung zu demonstrieren.

In dieser Zeit stellte sie an der Seite von Andy Warhol und Claes Oldenburg aus. Warhol warf sie später vor, künstlerische Ideen von ihr kopiert zu haben.

«Infinity Mirror Rooms» und weltweiter Starkult

Als ihr 1966 ein offizieller Platz im japanischen Pavillon der Biennale von Venedig verwehrt wurde, platzierte sie kurzerhand 1.500 verspiegelte Kugeln auf dem Außengelände. Die Aktion mit dem Titel Narcissus Garden stahl der Hauptausstellung die Schau.

Bereits 1965 hatte sie mit Phalli’s Field ihren ersten verspiegelten Raum geschaffen. Diese Infinity Mirror Rooms wurden Jahrzehnte später im Zeitalter von Social Media zu weltweiten Publikumsmagneten mit stundenlangen Warteschlangen.

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Yayoi Kusama bei einer Ausstellung in Paris, 2001.

1973 kehrte Kusama nach Japan zurück und wandte sich dem Schreiben surrealistischer Romane zu. Seit 1977 lebte sie auf eigenen Wunsch in einer psychiatrischen Einrichtung in Tokio, von wo aus sie täglich in ihrem nahegelegenen Atelier arbeitete.

Einfluss auf Popkultur und Modewelt

Kusama inszenierte ihre eigene Person als Gesamtkunstwerk, unverkennbar durch ihre leuchtend rote Perücke und gepunktete Kleider. Es folgten prominente Zusammenarbeiten, unter anderem mit Modeschöpfer Marc Jacobs für Louis Vuitton im Jahr 2012 sowie mit Kosmetik- und Streetwear-Marken.

2015 verlieh ihr das japanische Kaiserhaus den Kulturorden. 2017 eröffnete ihr eigenes Museum in Tokio, während Retrospektiven weltweit Millionen Besucher in Museen von New York über Berlin bis Melbourne lockten.

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Besucher der Retrospektive «Yayoi Kusama: Infinity Mirrors» im Hirshhorn Museum in Washington, D.C.

«Es war eines der größten Privilegien meines Berufslebens, Kusamas Kunst über fünfzehn Jahre hinweg zu vertreten», erklärte Galerist David Zwirner. «Zum Zeitpunkt ihres Todes war sie zweifellos die berühmteste lebende Künstlerin der Welt.»