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Antonia Michalsky

LVMH öffnet 65 Manufakturen in 11 Ländern: Einblick in 46 Luxus-Ateliers

Lederverarbeitung in einer Luxus-Manufaktur Mode & Stil

Bei den Journées Particulières gewähren Luxusmarken Einblicke in ihre Handwerkskunst.

Vom 16. bis zum 18. Oktober 2026 gewährt der Luxuskonzern LVMH im Rahmen der sechsten Ausgabe der Les Journées Particulières direkte Einblicke hinter die Kulissen seiner Marken.

Drei Tage lang öffnen 46 Maisons insgesamt 65 Standorte in 11 Ländern. Dazu zählen Ateliers, Manufakturen, Weinkeller, historische Archive und Residenzen, von denen einige erstmals für Besucher zugänglich sind.

Antoine Arnault, verantwortlich für Image und Umwelt bei LVMH, betont den Fokus dieser Ausgabe: Produkte entstehen über Zeiträume hinweg – vom Rohstoff über die Handarbeit bis zur fertigen Kreation. Ziel der Tage der offenen Tür sei es, die regionale Verwurzelung der Häuser und das Handwerk hinter den Kollektionen erlebbar zu machen.

Präzision am Anfang der Kette: Die Gerberei Masoni

Die Gerberei bildet den ersten Schritt der Produktionskette, bleibt für Endkunden jedoch meist unsichtbar. Hier wird Leder nach traditionellen Verfahren und modernen Qualitätsstandards selektiert und verarbeitet.

Ein Beispiel dafür ist die 2001 von Fabrizio Masoni gegründete Conceria Masoni in Santa Croce sull’Arno. Auf einer Fläche von 10.500 Quadratmetern arbeiten dort rund 60 Spezialisten.


Die Gerberei Masoni in Santa Croce sull’Arno.

In der Lederabteilung prüfen Prüfer die Häute für die Weiterverarbeitung. Pro Jahr führt der Betrieb rund 50.000 Tests durch, darunter standardisierte Abriebprüfungen.

Statt klassischer Holzfässer kommen heute moderne Edelstahlbehälter zum Einsatz. Diese Neuerung senkt den Wasserverbrauch erheblich und verdreifacht gleichzeitig die Ausbeute.

Verschmelzung von Schmuck und Leder bei Bvlgari

Bei Bvlgari treffen die Bereiche Haute Joaillerie und Lederverarbeitung aufeinander. Kreativdirektorin Mary Katrantzou setzt diese Verbindung in der Lederwaren-Kollektion „High Craft“ um.


Detailaufnahme der handwerklichen Fertigung bei Bvlgari.

Bekanntes Modell dieser Linie ist die Handtasche Serpenti Cuore 1968. Ihre Herzform und der schlangenförmige Griff orientieren sich an der historischen Uhr Serpenti Harlequin aus dem Jahr 1968.

Die Miniaturversion Serpenti Cuoricino wird wie ein Schmuckstück getragen. Ausgewählte Varianten sind mit über 4.600 Kristallen besetzt, die einzeln von Hand aufgesetzt werden.

Gastfreundschaft als Handwerk: Villa San Michele

In den Hügeln von Fiesole bei Florenz liegt das Belmond-Hotel Villa San Michele. Das Gebäude entstand ursprünglich im 15. Jahrhundert als Kloster und ist von terrassierten Gärten umgeben.


Das Belmond-Hotel Villa San Michele bei Florenz.

Im Rahmen der Initiative repräsentiert das Anwesen die Kunst der Hospitality. Exzellenter Service wird hier als eigene Form des Savoir-faire verstanden, das auf persönlicher Betreuung und geschulter Präzision basiert.

Zehn Monate Training: Die Celine-Manufaktur

In den Werkstätten von Celine werden Taschen, Kleinlederwaren und Gürtel gefertigt. Das Unternehmen setzt auf eine langfristige Bindung seiner Mitarbeiter, deren Altersdurchschnitt bei etwa 35 Jahren liegt.

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Einblick in die Lederwaren-Manufaktur von Celine.

Die Fertigung einer Tasche gliedert sich in drei Kernschritte: Zuschnitt des Leders, Vorbereitung und Montage. Den Abschluss bildet eine zweistufige Qualitätskontrolle.

Um die erforderlichen Handgriffe zu erlernen, durchlaufen die Kunsthandwerker eine zehnmonatige Ausbildung. Durch fortlaufende Schulungen beherrschen die Mitarbeiter mehrere Arbeitsschritte, was Monotonie in der Fertigung verhindert.

Fendi Factory: 700 Olivenbäume und nachhaltige Architektur

In Capannuccia nahe Florenz eröffnete Fendi die Fendi Factory auf einem acht Hektar großen Areal. Das Gelände beherbergte zuvor die historische Ziegelei Fornace Brunelleschi.

Der architektonische Entwurf stammt vom Mailänder Büro Piuarch und der internen Architekturabteilung von Fendi. Das überwiegend eingeschossige Gebäude ist in sieben Hektar Grünflächen eingebettet.


Die Fendi Factory im toskanischen Capannuccia.

Auf dem Gelände wachsen 700 Olivenbäume, die jährlich bis zu 900 Liter Olivenöl liefern. Neun verglaste Innenhöfe mit mediterraner Bepflanzung leiten Tageslicht in die Arbeitsräume.

200 Kunsthandwerker in der Toskana

In der Fendi Factory arbeiten rund 200 Handwerker an Prototypen und Serienmodellen, darunter auch an der bekannten Baguette Bag. Eine eigene Lederwarenschule (Scuola di Pelletteria) bildet vor Ort Nachwuchskräfte aus.