6 Millionen Bäume und 7 Zimmer: Wie Dänemarks reichster Mann Schottland umbaut
Mode & Stil
Das historische Anwesen Hope Lodge an der schottischen Nordwestküste.
Der Mythos der schottischen Highlands begann im Winter 1848. Königin Victoria und Prinz Albert pachteten Balmoral und machten das raue Aberdeenshire zur Sehnsuchtslandschaft der britischen Oberschicht.
Jahrzehntelang reisten Aristokraten zur Moorhuhnjagd und zum Lachsfischen in den Norden. Was romantisch als endlose Heideflächen auf Gemälden festgehalten wurde, entpuppte sich als ökologische Katastrophe durch Überweidung und Abholzung.
Landschaft rund um die Hope Lodge in den schottischen Highlands.
Povlsens 200-Jahre-Plan für die Highlands
Heute zählt Schottland zu den Ländern mit dem stärksten Naturverlust weltweit. Die Naturschutzorganisation WildLand setzt diesem Trend einen generationenübergreifenden Plan entgegen.
Gegründet wurde die Organisation 2006 vom dänischen Unternehmer Anders Holch Povlsen, dem mittlerweile größten privaten Grundbesitzer Schottlands. Sein Landbesitz umfasst mehr als 222.000 Acres (rund 90.000 Hektar).
In den vergangenen zwölf Jahren pflanzte das WildLand-Team mehr als sechs Millionen Bäume von Hand. Zu den bestehenden Häusern wie Aldourie Castle am Loch Ness und Killiehuntly Farmhouse in den Cairngorms kommt nun ein neues Projekt an der Nordwestküste hinzu.
Außenansicht der Hope Lodge im viktorianischen Baustil.
Hope Lodge: Jagdsitz von 1867 wird exklusives Refugium
Hope Lodge wurde 1867 für den 3. Duke of Sutherland als Jagdsitz erbaut. Das Gebäude liegt direkt an der bekannten Panoramastraße North Coast 500, eingerahmt vom 927 Meter hohen Berg Ben Hope und dem Loch Hope.
Das Anwesen verfügt über sieben Zimmer. Es öffnet regulär von August bis Oktober für Hotelgäste und kann den Rest des Jahres exklusiv gemietet werden.
Das historische Anwesen der Hope Lodge mit umliegenden Gärten.
Trotz des historischen Charmes verzichtet das Haus auf steife Konventionen. Die Betreuer vor Ort sind ausgebildete Umweltwissenschaftler, die Gäste bei Wanderungen begleiten und Fragen zur Renaturierung von Mooren beantworten.
Obst und Gemüse stammen weitgehend aus den ummauerten Gärten von Aldourie Castle, das ebenfalls zu Povlsens WildLand-Portfolio gehört.

Eines der sieben Gästezimmer mit Himmelbett und antikem Mobiliar.
Der Speisebereich im Innenbereich der Lodge.
Zehn Jahre Umbau und historische Details
Die Renovierung der Lodge dauerte ein ganzes Jahrzehnt und wurde vom Designstudio Cécile & Boyd geleitet. Die historische Bausubstanz blieb weitgehend unangetastet, inklusive der Wandbespannungen aus Jute.
Etwa ein Drittel des heutigen Mobiliars stammt noch aus dem ursprünglichen Bestand des Sutherland-Stammsitzes Dunrobin Castle. Neuere Stücke wurden an den Stil der jakobäischen Schreibtische und georgianischen Silberobjekte angepasst.
Das neu errichtete Gebäudeensemble The Clachan.
Badezimmer mit freistehender Wanne im Landhausstil.
Die Außenanlagen gestaltete der britische Landschaftsarchitekt Tom Stuart-Smith, der unter anderem für die Gärten von Schloss Windsor bekannt ist. Er setzte auf einheimische Pflanzen wie Kletterhortensien, Maiglöckchen und Fingerhut.
Sitzecke in einem der Aufenthaltsräume der Lodge.
Basis für Erkundungen im 40.000-Hektar-Revier
Hinter dem Hauptgebäude liegt „The Clachan“, eine Gruppe traditioneller Steingebäude des Architekturbüros Gras. Hier starten alle Aktivitäten rund um das rund 40.000 Hektar große Areal.
Gäste können sich vor Ort mit Ausrüstung ausstatten, von Neoprenanzügen bis zu All-Terrain-Fahrzeugen. Das Programm reicht von Stand-up-Paddling an der Rabbit Island über Touren mit Shetland-Ponys bis hin zu Strandsegeln in der Bucht von Tongue.
Wanderer im weitläufigen Gelände des Anwesens.
Speisetafel in den Gemeinschaftsräumen von Hope Lodge.
Am Fluss Hope führt der Weg zu einer viktorianischen Eiskammer und einer alten Steinhütte direkt an der Flussmündung. Beide Bauwerke werden derzeit denkmalgerecht restauriert.
In den Küstengewässern sind Schweinswale und Seevögel heimisch. Die unberührten Strände bleiben streng geschützt, während die Renaturierung der umliegenden Täler weiter voranschreitet.










