12 Feinkost-Adressen in Mailand: Von Traditionsbetrieben seit 1883 bis zum TikTok-Hit
Mode & Stil
Traditionelle Mailänder Botteghe prägen die kulinarische Identität der Stadt seit Jahrzehnten.
Abseits der internationalen Modeketten und modernen Restaurantkonzepte existiert in Mailand eine feste kulinarische Konstante: die traditionelle Gastronomia. Diese historischen Nachbarschaftsläden verbinden Thekenverkauf mit frisch zubereiteten Gerichten zum Mitnehmen.
Lange vor Supermärkten und Lieferdiensten basierte der Mailänder Alltag auf dem täglichen Einkauf in diesen Fachgeschäften. Heute erleben die traditionsreichen Adressen eine Renaissance – und werden teilweise in sozialen Netzwerken neu entdeckt.
La Casa del Formaggio in Mailand im Jahr 1973.
Die großen Mailänder Feinkost-Institutionen
Peck (Via Spadari 9 & Via Tommaso Salvini 3)
Die Geschichte des bekanntesten Feinkosthauses der Stadt begann 1883, als der aus Prag stammende Francesco Peck eine Metzgerei für geräuchertes Fleisch in der Via Orefici eröffnete. Später stieg das Haus zum königlichen Hoflieferanten auf und zog 1912 an die heutige Hauptadresse in der Via Spadari.
Neben dem Stammhaus im Zentrum betreibt Peck einen Standort in Porta Venezia sowie eine eigene Enoteca. Die Theken bieten regionale Wurst- und Käsespezialitäten sowie fertige Klassiker wie Lasagne, Parmigiana und Arancini.
Auslage bei Peck in der Via Spadari.
Traditionshandwerk im Stadtzentrum
Macelleria Faravelli (Corso Italia 40)
Jolando Faravelli gründete den Betrieb 1957 im Corso Italia. Ursprünglich eine reine Metzgerei, bauten die Inhaber das Geschäft schrittweise um eine Salumeria, Bio-Obst und eine Vinothek aus.
Heute führen die Söhne Roberto und Daniele das Familienunternehmen mit Fokus auf Herkunftsnachweise und handverlesene Zutaten fort.
Oldani 1934 (Via Santa Maria alla Porta 10)
Seit 1934 bedient Oldani Kundschaft im Herzen Mailands. Das Angebot teilt sich auf eine Fleischtheke mit Bistecca alla Fiorentina, Rindertatar und Geflügel sowie eine Warmtheke auf.
Täglich werden dort Gerichte wie Gnocchi alla Romana, Riso al Salto, Mondeghili (Mailänder Fleischbällchen) und Schmorgerichte frisch gekocht.
Oldani 1934 in der Via Santa Maria alla Porta 10.
Rossi & Grassi (Via Ponte Vetero 4 & Via Solferino 12)
Im Künstlerviertel Brera liegt dieser 1971 gegründete Feinkostladen, der heute zwei Filialen betreibt. Neben Lasagne, Risotti, Fisch- und Fleischgerichten fertigt das Team Pasteten, hausgemachte Gänsestopfleber und Lachsmousses an.
Auslage bei Rossi & Grassi.
Gastronomia Civelli (Corso Italia 16)
Nur wenige Gehminuten vom Dom entfernt bereitet Civelli klassische warme Speisen wie Cannelloni, sämige Risotti, Rinderbraten und Pasteten zu. Zu den Feiertagen an Ostern und Weihnachten bildet der Laden eine feste Anlaufstelle für Mailänder Festmenüs.

Bewährte Quartierläden und Familienbetriebe
Zoppi Gastronomia (Via Cesare Battisti 2)
Seit mehr als vierzig Jahren versorgt der Betrieb nahe dem Justizpalast Anwohner und Juristen. Bekannt ist das Geschäft neben traditionellen Saucen und Fleischgerichten für seine vorkonfektionierte „Gastronomia Slim“, die sich in wenigen Minuten im Wasserbad oder der Mikrowelle erwärmen lässt.
Zoppi & Gallotti in der Via Cesare Battisti 2.
Giuseppe Zoppi im Geschäft.
Rosticceria Galli (Corso Vercelli 8)
1949 gegründet, deckt die Rosticceria Galli die Grundpfeiler der norditalienischen Hausmannskost ab: Suppen, Schmorbraten, Polenta und hausgemachte Desserts bilden hier seit Jahrzehnten das Kernsortiment.
Auslage der Rosticceria Galli im Corso Vercelli 8.
Salumeria Ghignoni (Via Luisa Battistotti Sassi 24)
Zwischen den Stadtteilen Susa und Argonne liegt die 1961 gegründete Salumeria. Sie führt neben Frischfleisch und gereiftem Käse Klassiker wie Parmigiana di Melanzane, Braten und Risotti.
Il Nuovo Principe (Corso Venezia 23)
Paolo Baroni eröffnete die Bottega 1973 im Corso Venezia. Das Sortiment der Familie reicht von Jahrgangsweinen, Kaviar und Foie gras bis hin zu täglich wechselnden Pastatellern und Fischgerichten zum Direktverzehr oder Mitnehmen.
Theke bei Il Nuovo Principe im Corso Venezia 23.
Spezialitätenauswahl bei Il Nuovo Principe.
Zwischen Jahrhunderttradition und digitaler Renaissance
Specialità alimentari Torri & C. (Via Venini 25)
Im Viertel NoLo, unweit des Hauptbahnhofs, existiert Torri & C. seit über 100 Jahren. Das von wuchtigen Holzregalen geprägte Geschäft wird seit Generationen als Feinkost- und Weinhandlung geführt.
Rosticceria Palazzi (Via Plinio 9 & Piazza Risorgimento)
1992 als einfacher Nachbarschaftsladen für Grillhähnchen, Vitello Tonnato und Stückpizza gegründet, übernahmen die Tannico-Gründer Marco Magnocavallo und Juliette Bellavita das Geschäft nach dem Tod des Altinhabers. Sie bauten es zu einem zeitgemäßen Feinkostkonzept mit zweitem Standort an der Piazza Risorgimento aus.
Antico Pastificio Moscova (Via della Moscova 27)
Seit 1924 fertigt der Betrieb im Stadtteil Brera frische Teigwaren an. Unter Inhaber Gianbattista Zecchi erreichen Videos aus der offenen Pastawerkstatt regelmäßig virale Reichweiten auf Social-Media-Plattformen.
Vor Ort produziert das Team täglich Tortelloni, Ravioli und Gnocchi von Hand. Ergänzt wird das Angebot durch Schmorgerichte wie geschmorte Kalbsbäckchen und saisonalen Panettone.









