Wohn-Trends auf dem Rückzug: Diese 6 Deko-Ideen sind bald passé
Design & Einrichtung
Interior-Profis prognostizieren das Ende mehrerer populärer Wohntrends.
Was gestern noch als Inbegriff modernen Wohnens galt, verliert zunehmend seinen Reiz. Renommierte Interior-Designer beobachten derzeit eine spürbare Trendwende in der Raumgestaltung.
Statt austauschbarer Ästhetik und massenproduzierter Trendstücke rücken wieder Charakter, Funktion und gewachsene Wohnkonzepte in den Vordergrund. Diese sechs Gestaltungselemente stehen bei den Profis aktuell ganz oben auf der Streichliste.
1. Rillen- und Lamellen-Optik
Lange Zeit galt geriffeltes Holz als elegantes Stilmittel für Möbel und Wandverkleidungen. Inzwischen hat die Überpräsenz des Materials jedoch zu einer Übersättigung geführt.
„Es fühlt sich an wie die nächste Welle nach dem weißen Bouclé-Stoff“, erklärt Designerin Jess Harrell von The Styled Domicile. Sobald die Industrie den Trend übernommen habe, sei das Rillendesign auf nahezu jedem Möbelstück gelandet und habe dadurch seine Exklusivität verloren.
2. Unpersönliche Couchtisch-Deko
Dekorative Holzknoten, klobige Holzperlenketten oder hohle Deko-Bücher ohne Inhalt geraten zunehmend ins Abseits. Designer setzen stattdessen wieder auf echte persönliche Gegenstände.
Madison Massaro von Madison Lea Interiors plädiert für Stücke mit persönlicher Geschichte: „Ein Couchtisch sollte mit echten Büchern, Fotoalben oder handgefertigten Fundstücken gestaltet werden. Das schafft Gesprächsstoff und echte Atmosphäre.“
3. Monochrome Beige-Welten
Räume, die ausschließlich in warmen Sand- und Beigetönen gehalten sind, wirken oft flach und eintönig. Zwar bleiben neutrale Farben ein solides Fundament, doch der Verzicht auf jede visuelle Reibung gilt als überholt.
„Es gibt einen Unterschied zwischen einer raffinierten neutralen Farbpalette und einem Raum, in dem alles denselben Farbton hat“, betont Krysten Ledet von Krysten Ledet Interiors. Gefragt seien wieder markante Kontraste, sichtbare Holzmaserungen, tiefere Farbtöne und gezielte Brüche.

4. Nachträglich eingebaute Rundbögen
Rundbögen und geschwungene Durchgänge haben in den vergangenen Jahren viele Wohnbereiche erobert. Oft wurden sie jedoch ohne Rücksicht auf die bestehende Architektur integriert.
Laura Umansky vom Laura U Design Collective weist darauf hin, dass Rundbögen vor allem zu mediterranen oder traditionellen Baustilen passen. In modernen Bauten, die diese Formensprache nicht von Grund auf mitbringen, wirken sie schnell aufgesetzt und unpassend.
5. Zellige-Fliesen im Überfluss
Die unregelmäßigen, handwerklich gefertigten Zellige-Fliesen waren lange die bevorzugte Wahl für Küchenrückwände und Bäder. Ihre weite Verbreitung hat dem Trend jedoch seine Besonderheit genommen.
„Der Reiz lag in der handwerklichen Unvollkommenheit und dem Unikat-Charakter“, so Umansky weiter. Wenn die gleiche Fliesenoptik jedoch in fast jeder Renovierung auftauche, verliere sie genau diese Einzigartigkeit.
6. Reine Instagram-Kulissen
Wohnräume, die primär für das perfekte Foto auf Social Media gestaltet sind, weichen wieder alltagstauglichen Konzepten. Eine perfekte Optik auf dem Smartphone-Bildschirm ersetzt kein behagliches Wohngefühl.
„Ein Raum kann auf einem Bild makellos aussehen und dennoch kalt wirken“, sagt Evan Millárd. Im Fokus stehe nun wieder die Frage, wie sich ein Raum im täglichen Leben anfühlt, welche Haptik die Materialien bieten und wie gut er im Alltag funktioniert.
