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Antonia Michalsky

Winter-Mode 2026: Warum jetzt alles auf Volumen setzt

Bernsteinfarbene Jacke aus der Bottega Veneta Herbst/Winter 2026-2027 Kollektion. Mode & Stil

Ein Beispiel für die neue Voluminosität: Bernsteinfarbene Jacke aus der Bottega Veneta Herbst/Winter 2026-2027 Kollektion.

Die Jacke ist im Winter das wichtigste Kleidungsstück, das wir täglich zur Schau stellen. Doch wer nach dem passenden Look für die Saison 2026 sucht, wird schnell feststellen: Die Spielregeln haben sich geändert.

Der aktuelle Modetrend ist eine klare Gegenbewegung zur Zurückhaltung der letzten Jahre. Nach Phasen von „Quiet Luxury“ und „Stealth Wealth“, bei denen Qualität vor Sichtbarkeit stand, fordert der kommende Winter wieder Opulenz.

„Vieles an der Mode ist eine Gegenreaktion auf die Zurückhaltung, die sich die Menschen in ihrem Streben nach Quiet Luxury in den zurückliegenden Saisons auferlegt haben“, erklärt Carl Tillessen, Geschäftsführer des Deutschen Mode-Instituts (DMI) in Köln.

Shearling und Oversize als neue Statements

Besonders die Schnitte werden markanter. Bomber- und Shearling-Jacken prägen das Bild. „Sie sind die Trendstücke dieser Saison – voluminös, wuchtig, präsent“, sagt die Freiburger Stilberaterin Vivien Altmann.

Besonders gefragt sind Shearling-Jacken mit Lammfell-Optik oder Modelle mit Kunstpelz-Besatz. Marken wie Balenciaga, Loewe oder Polo Ralph Lauren setzen auf wuchtige Kragen und Texturen, die Leder, Wolle und Fell mutig kombinieren. Der Kragen übernimmt dabei oft die Funktion eines Schals.

Winter-Mode 2026: Warum jetzt alles auf Volumen setzt

Die Jacke übernimmt die Hauptrolle

Wer auf das neue Volumen setzt, sollte den Rest des Outfits schlicht halten. Auffällige Oberteile harmonieren am besten mit schmalen Hosen oder Rollkragenpullovern, um das Gleichgewicht der Proportionen zu wahren.

Auch farblich zeigt sich die Saison mutiger. Während klassische Stepp- und Daunenjacken an Bedeutung verlieren, setzen Profis auf Royal Blau, Ochsenblut oder warme Butter-Cremetöne.

Volumen richtig tragen

Bei Oversized-Schnitten gilt: Keine halben Sachen. Ein Kleidungsstück wirkt nur dann modisch gewollt, wenn es bewusst groß geschnitten ist. „Wenn die Jacke einfach nur zu groß aussieht, ist sie zu klein. Erst wenn die Jacke übergroß aussieht, ist sie richtig“, so Tillessen.

Neben der Ästhetik bleibt die Funktion essenziell. Während bei 15 Grad ein Blazer ausreicht, empfiehlt sich bei frostigen Temperaturen unter 5 Grad das Zwiebelprinzip. Ein Tipp von Stilberaterin Altmann: Ein feines Unterhemd aus Seide oder Wolle direkt auf der Haut sorgt für Wärme, ohne die Silhouette des Oversized-Outfits zu stören.