Western-Look 2026/2027: Wie Ralph Lauren und Chloé den Cowboy-Stil neu erfinden
Mode & Stil
Western-Look 2026/2027: Wie Ralph Lauren und Chloé den Cowboy-Stil neu erfinden
Das Comeback der Pionier-Ästhetik im Herbst/Winter 2026/2027
Stetson-Hüte, derbe Cowboystiefel, Flanellhemden und verwaschener Denim prägen die Entwürfe für die kommende Saison. Die Kollektionen für Herbst/Winter 2026/2027 greifen den klassischen Western-Code auf und übersetzen ihn in zeitgenössische High-Fashion.
Nicholas Coleridge, ehemaliger Präsident von Condé Nast, beschrieb Ralph Laurens Gespür für diese Strömung treffend: Dem Designer sei es gelungen, eine globale Sehnsucht nach weiten Landschaften, Stabilität und absoluten Werten sichtbar zu machen.
Polo Ralph Lauren Herbst/Winter 2026/2027
Bei Ralph Lauren und der Linie Polo geht der Rückgriff auf indigene Handwerkskunst über oberflächliche Zitate hinaus. Im Rahmen des Programms Artist in Residence kooperiert das Modehaus mit indigenen Kunsthandwerkern aus Nordamerika.
In dieser Saison entstand in Zusammenarbeit mit dem Ehepaar Jocy und Trae Little Sky aus dem Pine-Ridge-Reservat in South Dakota eine fransengeschmückte Wildlederjacke mit floralen Stickereien. Auf dem Laufsteg traf dieses Stück auf Rollkragenpullover, maskuline Blazer und elegante Loafer.
Präsentationen in Manhattan und New Yorker Galerien
In der New Yorker Jack Shainman Gallery zeigte Ralph Lauren zudem seine Entwürfe für Frühjahr/Sommer 2027. Diese Kollektion rückte eine romantische Note in den Fokus, komplettiert durch seidige Roben, Samtmäntel und goldene Perlenstickereien im Stil der 1920er-Jahre.
Handwerkliche Details wie Ballonärmel wurden dabei mit künstlich gealtertem Denim und breiten Krawatten kombiniert. Ralph Lauren selbst betont stets die Naturverbundenheit dieser Einflüsse, die tief in der Funktionalität und Geschichte verwurzelt seien.
Chloé, Gaultier und MM6 interpretieren den Western-Mythos
Neben Lauren nutzen auch europäische Modehäuser die Silhouette der Frontier-Ära. Chloé verwandelte traditionelle Camperos für die kalte Jahreszeit in lammfellgefütterte Overknee-Stiefel, kombiniert mit tonigen Lederhosen und akzentuierten Schultern.
Ann Demeulemeester zeigte eine Prairie-Silhouette aus viktorianischer Bluse und Wildlederrock. MM6 Maison Margiela setzte zeitgleich auf die Kombination aus klassischem Holzfäller-Karomuster und weit schwingenden Röcken aus patiniertem Leder.
Bei Jean Paul Gaultier zeigte Designer Duran Lantink eine avantgardistische Cowgirl-Vision mit versteifter Hutkrempe, markanten Chaps-Cut-outs an den Hosen und massiven Gürtelschnallen.
Tokyo James drapierte mehrlagige, vom Navajo-Stil inspirierte Gürtel über weite Wollmäntel. Off-White präsentierte eine zeitgenössische Interpretation des Canadian Tuxedo in staubigen, sonnengebleichten Erdtönen.
Ralph Lauren fasste die anhaltende Faszination der Entwürfe prägnant zusammen: Dem Western-Stil wohne eine ungeschliffene Eleganz und Ehrlichkeit inne, die zeitlos bleibe und Identifikationspotenzial biete.

