Über 60 Rollen in 46 Jahren: Chiara Mastroianni zwischen Kult-Kino und Mode
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Über 60 Rollen in 46 Jahren: Chiara Mastroianni zwischen Kult-Kino und Mode
Als Tochter von Catherine Deneuve und Marcello Mastroianni wuchs Chiara Mastroianni fernab des Rummels auf. Ihre Eltern hielten sie bewusst vom Scheinwerferlicht fern, die Filmwelt schien ihr fremd.
Ihre erste Statistenrolle verdankte sie einem Zufall am Set von Federico Fellinis La città delle donne. Fellini verhinderte damals, dass sie vor laufender Kamera ihrem echten Vater Fratzen schnitt – und ließ die Szene kurzerhand mit einem Double im Rücken drehen.
Vom Fellini-Set zu über 60 Kinorollen
Seit diesem ersten Set-Besuch sind 46 Jahre vergangen. Heute blickt Mastroianni auf mehr als 60 Rollen unter Regisseuren wie André Téchiné, Robert Altman, Valeria Bruni Tedeschi und Christophe Honoré zurück.
Für den Film Un peu avant minuit von Nicolas Pariser steht sie im Wettbewerb der 83. Filmfestspiele von Venedig. Zudem übernimmt sie die Patenschaft für die zweite Ausgabe der Filmreihe Cinemoda in der Cineteca Arlecchino in Mailand.
Chiara Mastroianni auf dem Cover von L’Uomo Vogue, fotografiert von Paolo Roversi im Dezember 2000.
Mode-Ikonen vor der Kamera: Legendäre Editorials
Mastroiannis Verbindung zur Modewelt reicht Jahrzehnte zurück. Im Dezember 2000 posierte sie für Paolo Roversi im androgynen Garçonne-Look mit Krawatte und Zigarette.
Ein Jahr später, im September 2001, lichtete Peter Lindbergh die Schauspielerin auf der Vulkaninsel Stromboli in Sizilien ab. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen erinnerten bewusst an den italienischen Neorealismus Roberto Rossellinis.
Chiara Mastroianni im Editorial von Peter Lindbergh auf Stromboli, September 2001.
Im März 2002 folgte eine Strecke von Bruce Weber an der Seite von Benicio Del Toro. Unter dem Titel Stand by your man inszenierte Weber ländliche Alltagsszenen mit filmischer Ästhetik.
Chiara Mastroianni und Benicio Del Toro auf dem Cover von L’Uomo Vogue, März 2002.
Das Erbe zweier Ikonen
Gemeinsam mit Gian Luca Farinelli, dem Direktor der Cineteca di Bologna, gestaltete Mastroianni das Programm von Cinemoda als historische Werkschau über Filmkostüme und Ikonen.
Die Auswahl umfasst Meilensteine wie Luis Buñuels Belle de jour mit Catherine Deneuve in Entwürfen von Yves Saint Laurent, Fellinis 8½ mit Marcello Mastroianni und Tony Scotts The Hunger.
Immer wieder trat Mastroianni auch selbst mit ihren Eltern vor die Kamera. Für ihr Debüt in André Téchinés Meine liebste Jahreszeit (1993) an der Seite ihrer Mutter erhielt sie eine César-Nominierung; 1994 folgte Robert Altmans Prêt-à-Porter mit ihrem Vater.
In Christophe Honorés Marcello Mio schlüpfte sie 2024 zum hundertsten Geburtstag ihres Vaters direkt in dessen Rolle. Zuvor gewann sie 2019 für Honorés Zimmer 212 den Darstellerpreis in der Festivalsektion Un Certain Regard in Cannes.
Auch Marjane Satrapis Oscar-nominierter Animationsfilm Persepolis, in dem Mastroianni die französische Hauptstimme sprach, ist Teil des Mailänder Programms.



