Seidentuch-Revival 2026: Wie Celine, Chanel und Hermès das Foulard zurückholen
Mode & Stil
Klassische Seidentücher erleben in den Kollektionen für 2026 eine Renaissance auf den internationalen Laufstegen.
Lange Zeit war das Seidentuch mit dem Geruch von Mottenkugeln und bürgerlicher Garderobe verknüpft. Auch wenn Stilikonen wie Grace Kelly den Riviera-Chic prägten, dominierten zuletzt oft überholte Assoziationen das Bild des klassischen Foulards.
Die aktuellen Modenschauen für 2026 setzen dieser Wahrnehmung ein Ende. Designer namhafter Modehäuser nutzen das Seidentuch wieder als zentrales Gestaltungselement.

Detail eines Seidentuchs aus der Herbst-2026-Couture-Kollektion von Chanel.
Celine, Chanel und Givenchy setzen auf Seide
Bei Celine treibt Michael Rider die Rückkehr des Accessoires konsequent voran. Bereits seine Debütshow im Juni 2025 fand unter einem riesigen Zelt aus Seidentüchern statt.
In vier aufeinanderfolgenden Kollektionen zeigte der Designer Twill-Tücher, die eng um den Hals gebunden, in Blazer gesteckt oder locker über die Schultern gelegt wurden.
Sarah Burton zeigte bei Givenchy für den Herbst 2026 aus Seidenstoffen gewickelte Turbane. Julian Klausner brachte bei Dries Van Noten Sarongs und leichte Tops auf den Laufsteg, während Personen wie Alexa Chung und Jennifer Lawrence gefaltete Foulards als Kummerbund tragen.
Area-Kreativdirektor Nicholas Aburn.
Vintage-Funde als Basis für neue Abendgarderobe
Nicholas Aburn, Kreativdirektor des US-Labels Area, sammelt Seidentücher seit Jahren in Vintage-Läden weltweit. Er sieht in den Stücken begehrte Sammlerobjekte mit hohem Potenzial zur Personalisierung.

Seidentücher der Area-Kollektion Herbst 2026, inspiriert von Vintage-Funden.
Für die Herbstkollektion 2026 von Area entwarf Aburn Partykleider, die vollständig aus Vintage-Tüchern zusammengesetzt sind. Die Seidenstoffe fungieren dabei als Halterneck- oder trägerlose Tube-Tops.
Vom Pilati-Knoten bis zu Hermès-Ketten
Ein Punktemuster-Tuch von Isaac Mizrahi, fotografiert im Februar 1990.
Beim Styling orientiert sich Aburn unter anderem am früheren Saint-Laurent-Designer Stefano Pilati. Dessen Markenzeichen: gemusterte Paisley-Tücher, die mit bewusst gelegten Falten direkt in den T-Shirt-Ausschnitt gesteckt werden.
Auch das Traditionshaus Hermès verändert die Trageweise. Chefdesignerin Nadège Vanhée wickelt geometrisch bedruckte Tücher um massive, goldene Gliederketten.
Details aus der Frühjahrskollektion 2026 von Hermès.
Die Bandbreite der Entwürfe für 2026 reicht damit von maskulinen Schneider-Looks bis hin zu freizügigen Resort-Silhouetten.




