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Antonia Michalsky

Reit-WM: Bundestrainer Otto Becker warnt vor Abwanderung deutscher Spitzenpferde

Bundestrainer der Springreiter Otto Becker bei der Weltmeisterschaft. Sport

Bundestrainer der Springreiter: Otto Becker.

Trotz des souveränen Team-Weltmeistertitels vor heimischer Kulisse in Aachen schlägt Bundestrainer Otto Becker Alarm. Während das deutsche Springreiten aktuell zur absoluten Weltspitze gehört, trübt eine drohende Entwicklung den Blick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.

Die Sorge um den Pferde-Exodus

Der 67-jährige Bundestrainer zieht eine positive Bilanz der WM in der Soers: „Mit der Team-Goldmedaille war es natürlich überragend. Das war wirklich ein Erlebnis, wir haben souverän vor diesem Publikum zu Hause gewonnen“, erklärte Becker gegenüber dem ZDF.

Doch hinter dem Erfolg verbirgt sich ein strukturelles Problem. Becker warnt eindringlich davor, dass talentierte Vierbeiner verstärkt ins Ausland abwandern. „Es ist für unsere Reiter immer das Schwierigste, die Pferde im Land zu behalten“, so der Coach.

Dieser Trend zum „Pferde-Exodus“ sei zwar kein rein deutsches Phänomen, treffe den Verband jedoch empfindlich. Becker erwartet für die kommenden drei Jahre eine Zuspitzung der Situation, sieht sein Team momentan aber noch als konkurrenzfähig an.

Reit-WM: Bundestrainer Otto Becker warnt vor Abwanderung deutscher Spitzenpferde

Weltspitze trotz verpasster Einzelmedaillen

Zum Abschluss der WM in Aachen verpassten die deutschen Springreiter – darunter Marcus Ehning, Sophie Hinners und Daniel Deußer – das Podium in der Einzelkonkurrenz knapp. „Heute war ein bisschen enttäuschend. Nach dem Lauf, den wir im Team hatten, hat das Quäntchen Glück gefehlt“, analysierte Becker.

Dennoch unterstrich der Bundestrainer das hohe Niveau der deutschen Equipe. Der Wettbewerb in den Nationenpreisen und bei Grand Prix sei extrem eng, und Deutschland beweise stetig seine Zugehörigkeit zur Weltelite.

Mit Blick auf die Zukunft bleibt Becker trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen zuversichtlich: „Wir haben drei Paare unter den besten Zehn. Da bin ich guter Dinge.“