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Antonia Michalsky

Pozo de las Calcosas: Das vergessene Lavadorf auf El Hierro trotzt dem Massentourismus

Historische Steinhäuser aus Lavagestein in Pozo de las Calcosas auf El Hierro Mode & Stil

Die Siedlung Pozo de las Calcosas schmiegt sich an die zerklüfteten Klippen im Norden von El Hierro.

Schroffe Klippen, der tosende Atlantik und eine Handvoll Steinhäuser: Pozo de las Calcosas liegt im äußersten Norden von El Hierro, der kleinsten und westlichsten Hauptinsel der Kanaren. Die abgelegene Siedlung wirkt wie ein Relikt aus einer anderen Epoche und bleibt von den großen Besucherströmen der Nachbarinseln weitgehend unberührt.

Die winzigen Gebäude wurden einst aus dunklem Lavagestein errichtet, um Fischern Schutz vor der Brandung zu bieten. Trockensteinmauern und provisorische Strohdächer prägen bis heute das Bild dieses versteinerten Rückzugsorts.

Traditionelle Architektur zwischen Klippen und Ozean

Viele der ursprünglichen Fischerhütten sind heute unbewohnt, andere wurden von Einheimischen restauriert und dienen im Sommer als private Wochenend- und Feriendomizile. Die Bucht ist von steilen Felswänden umschlossen, die das Dorf auf natürliche Weise abschirmen.

Inmitten des kleinen Dorfes steht eine große Statue, gefertigt aus recyceltem Material.
Inmitten des kleinen Dorfes steht eine große Statue, gefertigt aus recyceltem Material.

Im Zentrum der Siedlung befindet sich ein markantes Kunstwerk des Künstlers Rubén Armiche aus dem Jahr 2007. Die Skulptur wurde vollständig aus Recyclingmaterialien zusammengesetzt und stellt den Meeresgott Neptun dar.

Natürliche Meerwasserbecken statt Sandstrand

Sandstrände gibt es in diesem Küstenabschnitt nicht. Stattdessen nutzen Besucher und Einheimische die natürlichen Meerwasserpools, die sich zwischen den vulkanischen Felsen gebildet haben.

Das Wasser in den Becken ist klar und bietet geschützte Einstiege zum Baden. Dennoch erfordert der Atlantik Aufmerksamkeit: Abhängig von den Gezeiten und dem Seegang können Brecher unvermittelt in die Naturbecken schwappen.


Traditionelle Bauweise aus unverputztem Lavagestein im Küstendorf Pozo de las Calcosas.

Die Isolation des Ortes sorgt für eine fast vollständige Abwesenheit von Infrastruktur. Wer hierherkommt, findet weder Souvenirläden noch gastronomische Betriebe vor, sondern ausschließlich das Rauschen des Meeres.


Blick auf die Bucht und die natürlichen Meerwasserbecken an der Nordküste von El Hierro.

Wegbeschreibung und Zugang

Die Anfahrt erfolgt von der Inselhauptstadt Valverde über die Landstraße HI-5 in westlicher Richtung. Im Ort Mocanal zweigt an der unteren Dorfstraße eine Serpentinenpiste ab, die hinunter zur Küste führt.

Der Fußweg über die Felsentreppe

Nach rund zehn Minuten Fahrt endet die asphaltierte Strecke an einem kleinen Platz nahe der Kapelle Ermita San Lorenzo. Dort stehen begrenzte Parkmöglichkeiten zur Verfügung.

Der eigentliche Zugang zum Dorf erfolgt ausschließlich zu Fuß. Über eine steile, in den Fels geschlagene Steintreppe dauert der Abstieg etwa 15 Minuten bis zum Ufer.

Für Reisende ohne eigenes Fahrzeug verkehren ab Valverde auch öffentliche Buslinien in Richtung Mocanal, von wo aus der Abstieg zur Bucht beginnt.