5 Selbstbräuner-Regeln: Make-up-Artist Michael Mayer entlarvt virale Beauty-Mythen
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Mit den richtigen Werkzeugen und Techniken lässt sich Selbstbräuner streifenfrei und präzise auftragen.
Ungleichmäßige Ränder an den Knöcheln, ein unnatürlicher Orangestich oder fleckige Übergänge im Gesicht: Nach dem Auftragen von Selbstbräunern kommt es häufig zu Anwendungsfehlern. Auf Plattformen wie TikTok kursieren unzählige Ratschläge für das perfekte Finish, doch viele dieser Methoden schaden dem Ergebnis mehr, als sie nützen.
Hair- und Make-up-Artist Michael Mayer, Masterclass-Leiter der Bräunungsmarke Bondi Sands, hat fünf weitverbreitete Self-Tanning-Hacks auf ihren praktischen Nutzen überprüft.
1. Farbbasis und Wirkstoffkonzentration abstimmen
Ein natürliches Resultat hängt maßgeblich vom eigenen Unterton ab. Wer einen olivfarbenen Teint hat, sollte zu Bräunungsprodukten mit grünlich-oliver Basis greifen, während rosige Hauttypen Formulierungen mit kühleren Farbpigmenten benötigen.
DHA-Gehalt steuert die Intensität
Für das Bräunungsergebnis ist der Anteil an Dihydroxyaceton (DHA) verantwortlich – ein Kohlenhydrat, das mit den Proteinen in der obersten Hornschicht reagiert. Ein Express-Mousse enthält meist eine deutlich höhere DHA-Dosis als schrittweise aufbauende Produkte.
Für Einsteiger eignen sich sogenannte Gradual-Tanning-Lotions für den Körper und Tanning-Drops für das Gesicht. Beide Varianten ermöglichen es, die Farbtiefe kontrolliert und schrittweise zu steigern.
2. Babypuder: Als Basis ungeeignet, als Schutz nützlich
Der virale Trend, Babypuder vor dem Bräuner als Grundierung aufzutragen, erweist sich in der Praxis als Fehler. Nach dem Duschen und mechanischen Peeling ist die Haut bereits frei von Talg und Rückständen.
Wird feuchter Bräunungsschaum auf eine Puderschicht aufgetragen, verklumpt das Produkt und hinterlässt Flecken. Nach der Anwendung kann eine minimale Menge Puder jedoch helfen: Sie bindet Schweiß in Hautfalten und verhindert ein vorzeitiges Abtragen der Textur.
3. Make-up-Pinsel statt Handschuh für Gesichtskonturen
Große Bräunungshandschuhe sind zu unhandlich, um feine Gesichtspartien gleichmäßig zu erreichen. Ein herkömmlicher Foundation-Pinsel ermöglicht es hingegen, das Produkt kontrolliert auf Stirn, Nase und Wangenknochen zu platzieren.

Entscheidend ist die Pinseltechnik: Das Produkt sollte in geraden Linien von hinten nach vorn eingearbeitet werden. Kreisende Bewegungen verteilen die Farbpigmente ungleichmäßig in alle Richtungen.
Für saubere Übergänge empfiehlt Mayer ein zweistufiges Vorgehen. Ein kompakter Pinsel bringt das Produkt präzise auf die Haut, während ein weicherer, fluffiger Pinsel die Kanten kurz vor dem Antrocknen verblendet.
4. Die richtige Wassertemperatur beim ersten Abspülen
Der weitverbreitete Ratschlag, Selbstbräuner eiskalt abzuduschen, um die Farbe zu versiegeln, entbehrt fachlicher Grundlage. Zu heißes Wasser kann die Formulierung angreifen und die Haut irritieren.
Optimal ist lauwarmes Wasser. Es reinigt die Hautoberfläche schonend und verhindert, dass der Körper unmittelbar nach dem Duschen schwitzt. Beim ersten Abwaschen sollte komplett auf Duschgel, Seife und feuchtigkeitsspendende Bodylotions verzichtet werden.
5. Keine Zahnbürsten für Korrekturen am Haaransatz
Zahnbürsten werden in sozialen Netzwerken gerne als Allzweckwerkzeug gegen Bräunungsränder dargestellt. Während sie an den Innenflächen der Finger helfen können, richten sie im Gesicht Schäden an.
Selbst weiche Borsten erzeugen an den Augenbrauen und am Haaransatz sichtbare Streifen. Für feine Korrekturen eignet sich stattdessen ein kleiner Kosmetikpinsel in Verbindung mit einem speziellen Bräunungsentferner (Tan-Eraser).
