35 Quadratmeter in Paris: Wie ein zentraler Block und Spiegel das Mini-Apartment öffnen
Design & Einrichtung
Im Pariser Osten verwandeln Architektinnen eine 35-Quadratmeter-Wohnung in ein lichtdurchflutetes Mini-Loft.
Im obersten Stockwerk eines Gebäudes im 20. Pariser Arrondissement boten 35 Quadratmeter zunächst wenig Anlass zur Hoffnung. Die Wohnung an der Rue des Orteaux glich vor dem Umbau einer Bauruine.
Einzig der historische Bodenbelag stach hervor: Feinsteinzeugfliesen in einem cremefarbenen und braunen Schachbrettmuster. Für die Architektinnen Monica Klink und Ségolène Peyrichou wurde genau dieses Element zum Ausgangspunkt für die Neugestaltung des Apartments einer französisch-amerikanischen Künstlerin.
Zentraler Funktionsblock bricht alte Raumgrenzen auf
Um die engen Grenzen der 35 Quadratmeter aufzulösen, entfernten die Planerinnen die bisherige Raumaufteilung vollständig. Das neue Raumkonzept orientiert sich an der Vorliebe der Eigentümerin für New Yorker Lofts.
Das Herzstück der Wohnung bildet nun ein teils offener Kubus in der Raummitte. Dieses multifunktionale Element bündelt die wichtigsten Nass- und Funktionsbereiche auf minimaler Fläche:
- Eine kompakte Küchenzeile mit Unter- und Oberschränken
- Ein direkt anschließendes Badezimmer
- Ein separates WC
- Deckenhohe Einbauschränke für maximalen Stauraum
Vom Eingangsbereich aus führt der Grundriss rechts in den Wohn- und Essbereich, während links das Schlafzimmer liegt. Die restaurierten Schachbrettfliesen wurden nach der Aufbereitung neu verlegt und fassen den zentralen Block präzise ein. Eine feine Zusatzleiste trennt sie optisch vom angrenzenden Parkett.
Lichtlenkung durch Edelstahl und Spiegelflächen
Da der Lichteinfall in der schmalen Dachgeschosswohnung begrenzt ist, dominieren reflektierende Materialien das Interieur. Edelstahlfronten und Spiegelpaneele an der Küchenrückwand leiten das Tageslicht tief in den Wohnbereich weiter.
Schmale Chromleisten gliedern die Spiegelflächen und betonen die Pariser Altbaudetails. Durch die Reflexionen öffnet sich der Blick visuell auf den begrünten Innenhof, wodurch der Raum deutlich tiefer wirkt.

Im Schlaf- und Badezimmerbereich setzt sich das Spiel mit reflektierenden Werkstoffen fort. Vollflächig verspiegelte Nachttische im Stil der 1930er-Jahre treffen dort auf ein zylindrisches Waschbecken aus gebürstetem Metall.
Plissees statt fester Trennwände
Um das offene Raumgefühl nicht durch massive Wände zu zerstören, wählten Klink und Peyrichou textile Trennelemente. Zwischen Schlaf- und Badezimmer sorgen maßgefertigte Plissee-Rollos aus Reispapier für flexible Privatsphäre.
Die Faltjalousien lassen sich über silbergraue Zugschnüre mit Metallquasten nach oben raffen. Dieselbe textile Lösung schirmt auch die Fenster im Wohn- und Schlafbereich ab.
Gezielter Farbkontrast zum Innenhof
Während der Großteil der Wohnung in gebrochenem Weiß gehalten ist, setzt das Badezimmer auf einen bewussten Bruch. Gelb gestrichene Wände treffen hier auf fein gemusterte, grün-schwarze Terrazzofliesen.
Dieser Farbblock greift das Grün der Baumkronen vor dem Fenster auf. Im Sommer verschmelzen so Außen- und Innenraum, sobald die Fenster zum baumbestandenen Innenhof geöffnet werden.
