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Antonia Michalsky

160 Steinbrüche und ein 110-Meter-Palast: Portugals verborgene Marmorstadt Vila Viçosa

Palast und historische Architektur in Vila Viçosa im Alentejo Mode & Stil

Die Kleinstadt Vila Viçosa ist berühmt für ihr royales Erbe und riesige Marmorvorkommen.

Abseits des Trubels von Lissabon und den Ferienresorts an der Algarve liegt im Herzen des Alentejo eine der ungewöhnlichsten Kleinstädte Portugals: Vila Viçosa. Der Ort war einst Residenz der Herzöge von Braganza und verdankt seinen Wohlstand vor allem einem Rohstoff, der hier jeden Straßenzug dominiert.

Über 160 Steinbrüche prägen das Stadtbild

In Vila Viçosa bestehen nicht nur Brunnen und Denkmäler aus edlem Naturstein, sondern auch gewöhnliche Gehwege und Türschwellen. In der unmittelbaren Umgebung der Stadt werden mehr als 160 Steinbrüche betrieben, die das Gebiet zu einem der wichtigsten Zentren des portugiesischen Marmorabbaus machen.

Historische Straßen und weiße Bauten prägen die Kleinstadt im Alentejo.

Das Gestein beschränkt sich keineswegs nur auf klassisches Weiß. Die Region ist international vor allem für ihren charakteristischen rosa Marmor bekannt, der in verschiedensten Farbnuancen gebrochen wird.

Über die sogenannte Marmorroute („Rota do Mármore“) können Reisende aktive Abbaustätten, Verarbeitungsbetriebe und traditionelle Steinmetzwerkstätten besichtigen, um den Prozess vom gewaltigen Rohblock bis zum fertigen Bauelement aus nächster Nähe zu sehen.

Der Paço Ducal und das Erbe des Hauses Braganza

Das architektonische Herzstück des Ortes ist der Paço Ducal de Vila Viçosa. Der imposante Palast wurde ab dem 16. Jahrhundert auf Initiative von Jaime, dem vierten Herzog von Braganza, erbaut und diente der königlichen Familie über Jahrhunderte hinweg als Landsitz.

160 Steinbrüche und ein 110-Meter-Palast: Portugals verborgene Marmorstadt Vila Viçosa

Der monumentale Paço Ducal mit seiner vollständig aus Marmor gefertigten Fassade.

Die 110 Meter lange Hauptfassade des Schlosses ist komplett mit lokalem Marmor verkleidet. Im Inneren beherbergt das heutige Museum umfangreiche Sammlungen historischer Gemälde, Möbel, Wandteppiche, Keramiken und Waffen. Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten gehören die historische Palastküche sowie eine der bedeutendsten Kutschensammlungen des Landes in den ehemaligen königlichen Stallungen.

Mittelalterliche Festung und barocke Sakralbauten

Nur wenige Gehminuten vom Palast entfernt steht die mittelalterliche Burg aus dem 13. Jahrhundert. Die Festungsanlage beherbergt heute ein Jagd- sowie ein Archäologiemuseum und bietet von ihren Wehrmauern einen weiten Blick über die Ebenen des Alentejo.

Zwischen der Praça da República mit ihren Orangenbäumen und den mit Marmor verzierten Kirchen São João Evangelista und São Bartolomeu verbindet der Ort ländliche Ruhe mit sichtbarer aristokratischer Geschichte.